Die Anfangsjahre nach der Wiederaufnahme des Feuerwehrdienst
Am 16. März 1949 fasste die Versammlung den Beschluss, den Feuerwehrdienst für die Stadt
Weilburg wieder aufzunehmen. Drei Jahre später trat aus gesundheitlichen Gründen, die er sich infolge des II. Weltkrieges zugezogen hatte, der langjährige Schriftführer Fritz Bäppler zurück. Der
junge Feuerwehrmann Hans Weber wurde daraufhin am 21. März 1952, an der dritten Jahreshauptversammlung des Vereines nach dem II. Weltkrieg, zum neuen Schriftführer gewählt. Auch der 24 Jahre tätig gewesene Vereinesvorsitzende Carl Wehrum, der sich immer sehr für Belange der Wehr einsetzte, „legte“ aus gesundheitlichen Gründen an der Jahreshauptversammlung am 23. Januar 1954 sein Amt nieder. Die Versammlung wählte nun den jungen Oberbrandmeister Victor Stötter zum neuen Wehrführer für Weilburg. Er hatte an der Feuerwehrschule in Kassel die erforderlichen Lehrgänge besucht, um die „Funktion“ eines Wehrführers, und somit eines Hauptbrandmeisters zu erlangen. Der ehemalige Wehrführer Carl Wehrum wurde nun einstimmig zum EHRENWEHRFÜHRER - ernannt und zur Jahreshauptversammlung 1955 konnte dann Victor Stötter freudig mitteilen, dass die Wehr einen neu gegründeten Fanfarenzug hat. Auch in dem Mitglied Hans Reusch habe er eine „tatkräftige“ Unterstützung für die Wehr gefunden und führte weiterhin aus, dass ab Mai 1956 wieder, wie in früheren Jahren, ein „Maiausflug“ der Feuerwehr zum Basaltbruch „Steinbühl“ unternommen werde. Auch andere Gemeinden sollten bei „ihrem“ Feuerwehrfest besucht werden und als sehr aktiver Feuerwehrmann setzte er sich auch dafür ein, dass im August 1958 in Weilburg der - Nassauische Feuerwehrverbandstag- gefeiert werde. Die Anwesenden beschlossen dann, dass dieses dann am 02.,03. und 04. August 1958 zu feiern. Das schon vor dem II. Weltkrieg erworbene Lösch- und Mannschaftstransportfahrzeug der Marke Horch erfüllte nun nicht mehr die Erfordernisse und wurde verkauft. Dafür wurde dann 1959 ein Opel-Löschfahrzeug, Typ LF 8 mit Vorbaupumpe und Tragkraftspritze in den Bestand der Feuerwehr Weilburg aufgenommen. Kurz danach konnte von der Polizei ein gebrauchtes Opel Kraftfahrzeug angeschafft werden und unter der Leitung des handwerklich geschickten Feuerwehrmann Hans Reusch, zum Mannschaftstransportwagen mit Tragkraftspritze umgebaut werden. Schon in dem Bericht zur Jahreshauptversammlung 1963 teilte der Schriftführer mit, dass eine im Herbst 1962 gegründete Jugendgruppe der Feuerwehr, die Weihnachtsfeier im Gerätehaus in der Langgasse organisierte. Der Wehrführer freue sich sehr darüber, dass der junge Feuerwehrmann Hans Wüst mit Unterstützung von Peter Schönberger diese Gruppe übernommen habe. 1964 konnte dann ein gebrauchter VW-Bus erworben werden, der vom Kameraden Hans Reusch und anderen Mitgliedern, mit verschiedenen Gegenständen wie Trocken-Pulverlöscher, Schneidbrenner und Elektrowerkzeuge ausgerüstet wurde. Das bei dem Erwerb und Ausrüstung dieses Kraftfahrzeuges der Wehrführer Victor Stötter einen „guten Riecher“ hatte zeigt die Tatsache, dass es schon kurze Zeit später zu mehreren Hilfeleistungseinsätze gebraucht wurde. Im Frühjahr des Jahres 1965 wurde ein „Traum“ der Feuerwehrleute war. Eine 18 m mechanische Drehleiter konnte in den Kraftfahrzeugbestand der Freiwilligen Feuerwehr aufgenommen werde. Zu ihrem ersten Einsatz wurde sie von dem Kameraden Heinrich Pitthan nach Laubus-Eschbach gefahren. Alle diese Aktivitäten und Errungenschaften in diesen Jahren nach der Wiederaufnahme des Feuerwehrdienst der Freiwilligen Feuerwehr Weilburg, trug die „Handschrift“ des Wehrführers Victor Stötter. Dies brachten auch einige Mitglieder dadurch zum Ausdruck, dass sie die Kraftfahrzeuge mit seinem Vornamen und Reihenfolge „VICTOR .......“ versahen. Auch machte an der Jahreshauptversammlung am 27. Februar 1967 der Wehrführer den Vorschlag, mit der Bürgergarde Weilburg gemeinsam den Familienabend beider Vereine zu feiern, da doch nahezu 90% aller Feuerwehrkameraden auch Mitglied der Bürgergarde sind. Ein Brand mit erheblichem Sachschaden am 12. Juli 1968 in einem Windhofgebäude zeigte, dass sich die finanzielle Ausgabe der Stadt Weilburg für die Anschaffung dieser genannten mechanischen Drehleiter, Typ DL 18, gelohnt hat, denn ohne dieses Fahrzeug hätte dieser Brand nicht wirkungsvoll von oben bekämpft werden können. So verfügte nun die Freiwillige Feuerwehr Weilburg, unter dem tatkräftigen Einsatz ihres Wehrführers Victor Stötter, in den wenigen Jahren nach dem II. Weltkrieg über vier Kraftfahrzeuge zum örtlichen und überörtlichen Löscheinsatz und kann es mit „Fug und Recht behauptet werden, dass hier eine sehr „schlagkräftige“ Feuerwehr besteht. Auch sorgte nun Kamerad Victor Stötter, in Absprache mit Herrn Bürgermeister Lehmann dafür, dass die Freiwillige Feuerwehr Weilburg ein Tanklöschfahrzeug, Typ LF 16, bekam, um somit die Ausrüstung der Wehr noch weiter zu verbessern. Dieses Tanklöschfahrzeug wurde dann 1971 der Freiwilligen Feuerwehr Weilburg übergeben und sorgt somit dafür, dass die „Schlagkraft“ der Wehr noch größer wird. Somit war die Unterstellungskapazität“ in der „Heuscheuer“ für alle Feuerwehrkraftfahrzeuge fast erreicht und der vorhandene Zwischenraum der Kraftfahrzeuge immer geringer.
F. Kahle)
|