Der II. Weltkrieg, sein Ende 1945 und die „Wiederbelebung“ 1949
Bei dem Umbau der „Heuscheuer“ zu Feuerwehrzwecken und dem nun bestehenden großzügigenPlatzangebot waren die finanziellen Mittel der Stadt soweit aufgebraucht, dass nur noch Geld zum Ankauf eines gebrauchten Fahrzeuges vorhanden war. So wurde dann ein Pkw Marke HORCH angekauft, der bei der Fa. Fischer in Görlitz zu Zwecken der Feuerwehr umgebaut wurde. Damit eignete er sich zum Transport einer Einsatzgruppe mit Löschgeräten. Zum Transport der angeschafften Motorspritze Typ FLADER, musste immer auf die „Hilfe“ fremder Fahrzeuge gegriffen werden, da die Wehr dafür kein geeignetes Transportmittel hatte. Der umgebaute Pkw Horch wurde in der Farbe Grün ausgeliefert und war schon mit dem Schriftzug „FEUERLÖSCHPOLIZEI WEILBURG“ versehen. Diesen Namen musste sich auch nun die Freiwillige Feuerwehr Weilburg zulegen, obwohl sie damit nicht einverstanden war. Da damit nun zu rechnen war, dass der 1939 ausgebrochene Krieg auch an die Feuerwehren eine erhöhte Anforderung stellte, wurde dem Oberlahnkreis ein Löschfahrzeug mit eingearbeitetem Wassertank zur Verfügung gestellt. Es hatte die Bezeichnung LF 15, war anfänglich in der Farbe Grün gehalten und in Weilburg stationiert. Nach seiner Anschaffung für den Kreis, wurde es für die Stadt Weilburg ein unverzichtbares Löschfahrzeug. Auch die „Einsatzgruppe“ der Feuerlöschpolizei (Freiwilligen Feuerwehr), die viele Löscheinsätze zum Ende des II. Weltkrieges 1945 in Frankfurt hatte und fast jede Nacht im Einsatz war, war es unverzichtbar. Die Verhältnisse nach dem II. Weltkrieg waren so negativ, dass die Tätigkeiten, der nun wieder genannten Freiwilligen Feuerwehr Weilburg, fast auf den „Nullpunkt war. Um auch für einen eventuellen Brand in Weilburg „gerüstet“ zu sein, wurde am 07. Juni 1945 durch die amerikanische Besatzung-Behörde eine Zählung der männlichen verwendungsfähigen Männern für den Feuerwehrdienst durchgeführt. Dabei ergab sich, dass nur 26 Männer der ehemaligen Freiwilligen Feuerwehr, von denen einige sogar noch verletzt waren, zur Verfügung standen. Von den Männern der noch bestehenden Pflichtfeuerwehr, konnte man bei Bedarf auf noch waren 17 Männer zurückgreifen. Im Jahr 1946 wurde die bestehende Pflichtfeuerwehr in Weilburg aufgelöst und darüber ein Bericht verfasst. Der damals von der amerikanischen Besatzungsmacht eingesetzte „befehlshabende Offizier“ für die Freiwillige Feuerwehr, war nach dem bestehenden Schreiben vom
07.April 1945 der „Zugführer“ Hermann Pitthan. Er brachte auch die nötige Erfahrung mit, die er sich bei den vielen Brand-Hilfeeinsätzen der Weilburger Feuerlöschpolizei (Freiwillige Feuerwehr) in Frankfurt erworben hat. Er schrieb damals auf den ihm ausgehändigten Fragebogen, dass das vorhandene Kraftfahrzeug zur Zeit unbrauchbar sei, da der Anlasser und die Lichtmaschine fehle. Das Gerätehaus in der unteren Langgasse sei aber in einem geordneten Zustand und die Wasserversorgung innerhalb der Stadt ausreichend. Er machte noch weiterführende Angaben zum
Materialbestand, konnte aber keine genauen Angaben zum Bestand der Schläuche machen. Dieser vorhandene Schlauchbestand wurde immer weniger, da sich die amerikanischen Soldaten Schläuche ausliehen, aber in den wenigsten Fällen zurück brachten. So verging die Zeit bis zur 1. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Weilburg, die am Samstag, dem 16. März 1949 durchgeführt wurde. Bei der dann durchgeführten Wahl wurden folgende Mitglieder zum 1. Vorstand gewählt:
1. Vorsitzender und Wehrführer: Hauptbrandmeister Carl WEHRUM
2. Vorsitzender und Stellvertreter: Oberbrandmeister Hermann PITTHAN
Schriftführer: Feuerwehrmann Fritz BÄBBLER
Kassenführer: Feuerwehrmann Franz NICKEL
Gerätewart: Feuerwehrmann Gustav TREPPMANN
Beisitzer: Feuerwehrmänner Hermann STREWE und Anton REBSCHER
Als wichtigstes Ergebnis dieser Versammlung war aber anzusehen, dass alle Mitglieder
gemeinsam beschlossen, den Feuerwehrdienst in Weilburg wieder aufzunehmen.
(F. Kahle)
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