Das Ende der „Ära“ Victor Stötter, die „Weiterführung“ durch Hans Reusch
Der 15. März 1974 war für die Freiwillige Feuerwehr Weilburg ein „denkwürdiger“ Tag, denn der langjährige Wehrführer Victor Stötter trat aus Altersgründen zurück. Von der Versammlung wurde daraufhin sein Stellvertreter, der schon am 15. Februar 1965 zum 2. Vorsitzenden gewählte Oberbrandmeister Hans Reusch, zum neuen Wehrführer gewählt. Diese Wahl sollte in die Weilburger Feuerwehrgeschichte eingehen, denn erstmals wurden hier die Bestimmungen des neuen „Brandschutzhilfeleistungsgesetz“ angewendet. Es war festgeschrieben, dass nur die aktive Mitglieder den Wehrführer wählen dürfen. Der nun gewählte Hans Reusch führte die „Arbeit“ seines Vorgängers „lückenlos“ weiter und sorgte sogleich dafür, dass 12 Atemluftgeräteträger bei der Berufsfeuerwehr in Wiesbaden weiter ausgebildet wurden. Da auch bei nächtlichen Einsätzen oftmals eine ausreichende Lichtquelle fehlte, konnte auf sein Drängen hin, schon am 16. April 1974 ein „Flutlichtwagen“ von Kreis Limburg/Weilburg an die Feuerwehr Weilburg übergeben werden. Nun war aber damit die „Unterstellkapazität“ der Fahrzeuge in dem Gerätehaus „Heuscheuer“ erschöpft und schon zu dieser Zeit wurde der Gedanke bei Hans Reusch „geboren“, eine größere „Unterkunft“ für die Feuerwehr in der „Hainallee“ zu schaffen. Nach einiger Zeit war auch im „Weilburger Tageblatt“ zu lesen:“ Zieht Weilburgs Feuerwehr in die Hainkaserne ein“ ? Es sollten zwar noch viele Jahre dauern, bis es zur Realität kommen sollte, aber er hatte schon „den Fuß in die Tür“ gestellt. Durch seine Bemühungen, wurde dann im Oktober 1976 in Weilburg eine große Brandschutzwoche veranstaltet, die ihren Abschluss am 17. Oktober
auf dem Marktplatz hatte. In den folgenden Monaten „drängte“ er immer wieder, doch endlich für die
Übergabe einer Drehleiter an die Freiwillige Feuerwehr zu sorgen. Bei dem Großbrand 1972 hatte sich doch gezeigt, dass ein solches Kraftfahrzeug für die Feuerwehr Weilburg unbedingt erforderlich ist. Dieser „Ruf“ nach der Drehleiter wurde von dem Herrn Bürgermeister Abt erhört und am 14. Mai 1977 konnte er eine Drehleiter DL 30 an den Wehrführer Reusch, für die Freiwillige Feuerwehr Weilburg, übergeben. Weitere Anschaffungen für die Wehr die er durchsetzte, sind aus den Protokollen zu entnehmen und am 11. Oktober 1977 wurde dann der vom Hessischen Minister des Innern erlassener Bewilligungsbescheid für den Bau eines neuen Gerätehauses in die „Hainkaserne“ übergeben. Dies alles hat bisher gezeigt, dass sich der Wehrführer Hans Reusch unermüdlich für die Belange der Freiwilligen Feuerwehr Weilburg einsetzte, zumal er auch noch der „Stabführer“ des Spielmannszuges war. Seine „Freizeit“ wurde damit noch mehr eingeschränkt. In den folgenden Jahren wurden die finanziellen Mitteln, die auf Betreiben des Herrn Bürgermeister Bodo Abt und des Magistrates der Stadt der Feuerwehr zugestanden wurden, gewissenhaft von Hans Reusch ausgegeben. So war auch die Feuerwehr Weilburg die erste Wehr, die auf sein Betreiben hin einen „Spreitzer“ bekam, um bei einem Verkehrsunfall ein „verunglücktes“ Kraftfahrzeug besser zu öffnen. Leider verzögerte sich die Einweihung des neuen Gerätehauses durch einen Brand am 23. April 1980 in einem Teil des Gebäudes.. Aber dann war es dann soweit, dass am 04. Juli 1980, im neu aufgebauten Mittelteil der „Hainkaserne“, das neue Gerätehaus für die Freiwillige Feuerwehr Weilburg, mit vielen Ehrengästen, eingeweiht werden konnte. Die vielen Unterstützungen durch Herrn Bürgermeister Bodo Abt fanden ihren Abschluss darin, dass er auf einstimmigen Beschluss des Vorstandes und der Versammlung, zum Ehrenmitglied
ernannt wurde.
(F. Kahle)
|